kleines Technikmagazin

Wie ist ein Ficht-Kurbelschlaufenmotor Aufgebaut

Video Bewegungsablauf des Kurbelschlaufenmotors ( Kinematik der Kurbelschlaufe )



Reinhold Ficht  FAHRZEUG + MARINETECHNIK GmbH & Co. KG

Der Ficht-Kurbelschlaufenmotor

Dieser Kurbelschlaufenmotor ist ein Zweitaktmotor in besonderer Bauform, der die bekannten Nachteile der üblichen Zweitaktmotoren nicht hat .Der zweite Takt bezeichnet bei diesem Motor lediglich den Arbeitstakt. Die herkömmlichen Pleuel werden durch Kurbelschlaufen ersetzt. Die starr mit den Kurbelschlaufen über die zylindrischen Kolbenstangen verbundenen Kolben übertragen die Expansionskräfte axial auf die Kurbelwelle. Die in der Kurbelschlaufe angeordneten Gleitsteine sind auf dem Hubzapfen der Kurbelwelle gelagert. Sie übertragen die Kolbenkräfte. Die oszillierenden Bewegungen der Kurbelschlaufen versetzen die Kurbelwelle in Rotation. Eine Kurbelwellenumdrehung entspricht einer Auf- und Abwärtsbewegung der Kurbelschlaufen mit den Kolben. Die Kolben laufen in den Zylindern vollkommen geradlinig und ohne Kippkräfte.

Trennwandlager
Trennwandlager
Sie erhalten ihre Führung durch die Kolbenringe und den in den Trennwandlagern geführten Kolbenstangen. Die vollkommen kippkraftfreien Bewegungen der Kolben ermöglich den Einsatz resistenter, jedoch relativ spröder, keramischer Werkstoffe. Durch die besondere Bauform des Kurbeltriebes mit den Kurbelschlaufen treten beim Betrieb des Motors ausschließlich harmonische Bewegungs- und Schwingungsformen auf. Kurbelschlaufenmotoren laufen schwingungsfrei. Der Kurbeltrieb wird im Gegensatz zu üblichen Zweitaktmotoren druckumlauf geschmiert( Trockensumpfschmierung). Die Trennwandlager dichten den Kurbelraum gegen die Zylinder ab. Die zumeist aggressiven Gase können dadurch nicht mehr mit dem Schmieröl in Berührung kommen und verlängern die Schmierfähigkeit des Öles wesentlich.

 

Vorteile

  1. Einfacher und unkomplizierter Aufbau.
  2. Keine dem Verschleiß unterliegende Ventilsteuerung.
  3. Durch die einfache Kinematik der Kurbelschlaufen mögliche Abschottung des Kurbelraumes mittels Trennwandlager.Eine vorzeitige Ölalterung durch Blow-By-Gase wird dadurch verhindert.
  4. Die Kolben und Zylinder unterliegen keinen Lateralkräften, dadurch können spröde keramische Werkstoffe verwendet werden. Diese Werkstoffe sind resistent gegen die aggressiven Bestandteile der Gase.
  5. Die einfach aufgebauten Zylinderköpfe ohne Mechanik unterliegen keinem Verschleiß.
  6. Durch den einfachen und unkomplizierten Aufbau können Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten wesentlich schneller erledigt werden.
  7. Die teueren zyklischen Zylinderkopfwechsel, wie bei Viertaktmotoren durchaus üblich, entfallen vollständig.
  8. Durch den Einsatz von resistenten Werkstoffen im Kolben- und Zylinderbereich kann der Motor mit aggressiven, ungereinigten Gasen betrieben werden.
  9. Erheblich längere Ölwechselinterwalle, weniger Verschleißteile ermöglichen längere Wartungsfristen